— visual.rebellion

Am Nachmittag des 12.07.14 besetzten etwa 200 Aktivist_innen eine leerstehende Gehörlosenschule in der hamburger Münzstraße. Ziel der Aktion war es, ein neues alternatives Zentrum im Münzviertel zu schaffen. Chris & Ruben haben die Aktion dokumentarisch begleitet.

Die ersten Stunden der Besetzung verliefen bunt und fröhlich. Im alten Schulhof feierten mehrere hundert Menschen und begannen damit, die Schule zu erkunden und Projekträume einzurichten. Erst gegen 18:00 trafen die ersten Polizeistreifen ein. Kurz nach 21 Uhr begann die Polizei mit der Räumung. Dabei kam es zu heftigem Schlagstock- und Pfefferspray-Einsatz gegen eine Blockade vor dem Schulhofstor. Die im Gebäude verbliebenen Besetzer_innen wurden gegen 22:40 Uhr ohne Zwischenfälle aus dem Gebäude geführt.

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Gerade eben wurde ich von einem Freund auf einen heute in der Berliner Morgenpost erschienen Artikel hingewiesen, in dem mein Blogeintrag “Das teure Foto” zitiert wird. Das i-Tüpfelchen auf knapp 250 Tweets und über 2500 Facebook-Likes, die den Beitrag zu einem der meistgelesensten Posts dieses Blogs überhaupt machen. Bei mir löst der Hype vor allem zwei Fragen aus. Erstens: Hat der Redakteur der Morgenpost nicht gemerkt, dass der Text über 3 Jahre alt ist? Zweitens: Warum sind es banale Themen, wie eine Fotogenehmigung im Park, die unsere Leser_innen zu breiter Online-Empörung in Form von Liken, Kommentieren, Flattrn bis hin zu einem Flash-Mob-Aufruf verleiten, während unsere Beiträge zu Menschenrechtsthemen kaum Beachtung finden.

Gleitschirm auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof

Die Frage ist, warum dieses Foto mehr Leser_innen unseres Blogs zu direkter Empörung verleitet, als es beispielsweise unsere Berichte über das tausendfache Unrecht an den Grenzen Europas zu tun vermögen.

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Im Rahmen der Themenwoche Fluchtpunkt Europa startet am Sonntag unsere erweiterte Wander-Ausstellung “Festung Europa: Ein- und Ausblicke”.

In fünf Locations gibt’s Ausschnitte unserer Reportagen zum Thema Flucht und Migration in die EU zu sehen. Zur Vertiefung halten wir am Samstag, den 12.04. noch den dazugehörigen Multimedia-Vortrag in der Galerie Iconotop.

Neben weiteren Ausstellungen stehen auch mehrere Filme  und die Asylmonologe mit auf dem Programm.

Hier der Link zum Event bei Facebook.

 

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Calais Soli-Sampler
*Werbung*

Mit einer geballten Ladung gut gelaunter Grenzen-losigkeit der Festung Europa Paroli bieten: Im September erschien der Refugee-Soli-Sampler „Solidarité avec les Sans-Papiers!“ in einschlägigen Kreisen und mittlerweile ist die Platte auch online zu haben! Drauf zu finden sind u.A. die Irie Révoltés, Sookee, Strom & Wasser sowie Chris’ Reportage-Fotos auf Cover und Booklet.

Bestellen könnt ihr das gute Stück bei Black Mosquito für nur 10€. Die gesamten Einnahmen gehen an die Calais Migrant Solidarity.

Also los: kaufen!

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Fast wäre es untergegangen, im Trubel der letzten Wochen: Die diesjährige Print-Ausgabe des TONIC-Magazins ist raus! Und mit ihr – finally – unsere 12-seitige Geschichte über das Roma-Mädchen Kadira, die mit ihrer Familie 2011 in den Kosovo abgeschoben wurde. Direkt gefolgt von einem spannenden Foto-Essay über die iranische “Generation Post-Revolution” vom Kollegen Kaveh Rostamkhani.

Wer also noch eine Lektüre für den Jahresanfang sucht: Hier könnt ihr die neue TONIC bestellen.

Schöne Feiertage und kommt gut an in 2014!

UPDATE: Die Story ist jetzt (mit weniger Fotos – kaufen lohnt sich also trotzdem noch) auch online bei evangelisch.de zu finden.

[Ruben & Chris]

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“Deutschland ist, wenn Wasserwerfer Unpünktlichkeit von DemonstrantInnen bestrafen”
@istuetzle

Hamburg erlebt “die schwersten Ausschreitungen seit Jahren”, wie allerlei Medien nicht müde werden zu titeln. Keine fünfzig Meter nach dem Start eskalierte am Samstag die internationale Großdemo für den Erhalt der Roten Flora, der Esso-Häuser und das Bleiberecht der LampedusaHH-Refugees.

Losgetreten wurde die Eskalation, als die Polizei den angemeldeten Demozug bereits nach wenigen Metern stoppte und ohne Vorwarnung mit Schlagstöcken, Pfefferspray und Wasserwerfern gegen die Protestierenden vorging. Die Polizei begründete diese Maßnahme damit, dass die Demo unvermittelt und ohne Absprache losgelaufen (der Polizeisprecher meint sogar “losgerannt”) sei. Außerdem seien von Beginn an “Steine und Flaschen sowie entzündete Pyrotechnik gezielt auf Polizeibeamte geworfen” worden. Von all dem ist auf einem Video, das den Beginn der Demonstration zeigt allerdings nichts zu sehen. Aus Kreisen der Veranstalter_innen war zu hören, der Polizei-Einsatzleitung sei das losgehen angekündigt worden und auch wenn das nicht der Fall sein sollte: Der Lautsprecherwagen der Demonstrierenden stand in Hörweite der Polizeilinie und sagte den Start mehrmals an.

“Super, hat doch geklappt! Die sollten ja auch nicht laufen.”
– Polizisten auf der Bahnbrücke, mitgehört von einem Kollegen.

Nach circa zwei Stunden “heißer Phase” vor der Flora, verteilten sich Protestierende und Polizei über das Schanzenviertel, St. Pauli und die Innenstadt, wo sie sich noch bis in den späten Abend Scharmützel lieferten. Insgesamt wurden laut Angaben von Polizei und Veranstalter_innen 117 der über 3000 eingesetzten Polizist_innen und 500 Demonstrant_innen verletzt.

Recht lesenswerte Zusammenfassungen der Ereignisse gibt es in der taz, bei Publikative.org und der FR .

UPDATE: Noch ein sehr wichtiger Beitrag von Benjamin Laufer zum Thema unhinterfragtes Abschreiben aus Polizeimeldungen: Medienberichte und Realität #hh2112

[Ruben & Chris]

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So, jetzt mal Ohren aufgestellt: Heute Abend, 21:15 Uhr, ist visual.rebellion bei bauhaus.fm zum Interview geladen. Etwa eine Stunde sprechen wir mit dem Weimarer Studenten-Radio über Flucht, Festung Europa und unseren Erfahrungen an den Außengrenzen.

Wer mag, kann das Spektakel live online mithören.

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Geflüchtete in einem Auffanglager in Sizilien spielen mit einem alten Fussball. Viele von ihnen haben seit Monaten keinen Kontakt zu ihren Familien. Immer wieder erzählen sie von Toten bei der Überfahrt über das Mittelmeer: "Wir hatten sechs Tage lang kein Essen und kein Trinkwasser, 5 Personen, die meisten davon Kinder, haben die Fahrt nicht überlebt". (Sizilien, 9. December 2013)

Bei unseren Recherchen wurden wir auch dieses Jahr immer wieder Zeugen davon, wie Menschen ihre elementarsten Grundrechte vorenthalten werden. Ob in Syrien, an der östlichen EU Außengrenze, in der tunesischen Wüste, oder in Sizilien – überall sind Menschen, teils unter widrigsten Bedingungen, auf der Flucht vor Krieg, Armut und Verfolgung. Und gerade die friedensnobelpreis-gekrönte Europäische Union spielt an all diesen Orten eine entscheidende Rolle wenn Menschenrechte verletzt oder Menschenrechtsverletzungen toleriert werden. Während Chris gerade Geflüchtete aus dem Lager Choucha an der tunesisch-lybischen Grenze besucht hat, ist Ruben im Moment auf der anderen Seite des Mittelmeers, auf Sizilien, unterwegs und trifft die Geflüchteten, die die Überfahrt geschafft haben.

Zum heutigen Tag der Menschenrechte sind unsere Gedanken bei all den Menschen, die wir auf unseren Reisen kennengelernt haben. Wir hoffen, dass es ihnen gut geht und möchten noch mal in aller Deutlichkeit Position beziehen, von Syrien bis Sizilien: Kein Mensch ist illegal! Bewegungsfreiheit für alle!

 

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Etwa 40 Geflüchtete aus dem ehemaligen UNHCR-Flüchtlingscamp Choucha protestierten am 24.11.2013 vor der deutschen Botschaft in Tunis. Sie fordern Plätze im Resettlement-Programm der UN und eine menschenwürdige Unterbringung in Europa für sich und alle anderen in Choucha verbliebenen Lybien-Flüchtlinge. Das Camp wurde am 30.6.2013 geschlossen, die Versorgung eingestellt. Trotzdem leben immernoch etwa 400, teils offiziell anerkannte Flüchtlinge in den Ruinen der Zeltstadt im Süden Tunesiens.

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Für Zeit Online hat Chris sich nochmal ans Thema Calais gewagt. Entstanden ist eine Zusammen-fassung der langen Geschichte der Repression gegen undokumentierte Migrant_innen, sowie der neuesten Entwicklungen rund um diese Community in der französischen Hafenstadt.

Hier gehts zum Artikel

 

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