
Das bittere Ende eines langen Kampfes – am vergangenen Mittwoch räumte die Polizei den Stuttgarter Schlosspark um Platz für die Bautrupps der Bahn zu schaffen. Auch für die Presse hatte man sich die Staatsmacht wieder etwas ausgedacht...

Das bittere Ende eines langen Kampfes – am vergangenen Mittwoch räumte die Polizei den Stuttgarter Schlosspark um Platz für die Bautrupps der Bahn zu schaffen. Auch für die Presse hatte man sich die Staatsmacht wieder etwas ausgedacht...

Lebenslänglich - ein Foto-Essay über des Deutschen liebsten Tierknast.
Eines meiner wichtigsten Projekte im vergangenen Jahr war “Lebenslänglich” – ein Foto-Essay über das traurige Dasein von Zootieren. Es war mir schon lange ein Anliegen eine Geschichte zum Themenkomplex Mensch-Tier-Verhältnis zu machen – das Thema Zoo fand ich hierbei, aufgrund der allgemein verbreiteten, unkritischen Einstellung – in der Gesellschaft wie in den Medien – besonders spannend.
Ende Dezember wurde das Essay in der Kontext:Wochenzeitung in dieser Auswahl erstveröffentlicht. Später habe ich die Fotos nochmal neu editiert und die neu entstandene Version der Reihe in mein Portfolio aufgenommen.
EINLEITUNG (bei Kontext) | FOTOSTRECKE (neue Fassung)
Auf flickr findet sich zudem noch eine umfangreiche und weiterhin wachsende Galerie, mit weiteren Bildern, die während der Arbeit an “Lebenslänglich” im Zoo entstanden sind.
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"Je besser das Buffet, desto mehr Dreck am Stecken", meine persönliche Faustregel für Lobbyempfänge. Hier eine Szene bei der Eröffnungsveranstaltung des Rüstungskongresses "urban operations congress"
Schätzungsweise 5000 Lobbyisten tummeln sich laut der Organisation Lobby Control in Berlin. Beinahe täglich, gibt es Empfänge oder Kongresse, bei denen Interessensverbände aus der Wirtschaft mit der Politik zusammentreffen. Oft ist die Presse mit eingeladen und die freut sich über kostenloses Buffet und Bier. Nach dem Besuch verschiedener solcher Veranstaltungen wage ich nun die These: “Je besser das Buffet, desto mehr Dreck am Stecken” und bei der “urban operations conference” einem Rüstungskongress, der letzte Woche im Hotel Maritim stattfand, gab es nichts, was auf dem Buffet fehlte.
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126 Stunden von LaHague nach Gorleben – Der Castor-Transport 2011 war der längste Castor aller Zeiten. Wir waren von Anfang an im Wendland dabei und berichten nun im Fotografie-Magazin kwerfeldein.de über sechs aufregende, schlaflose und in jedem Fall denkwürdige Tage:
Als Fotograf beim Castor-Transport | kwerfeldein.de
Unter diesem Titel zeigt der Stuttgarter Fotograf Jens Volle erstmals in einer Fotoausstellung einen Teil seiner Bilder aus dem Widerstand gegen Stuttgart 21. Ich habe Jens während der Proteste in Stuttgart kennengelernt und ihn anlässlich der Ausstellung nach seiner Motivation hinter dieser Bilderreihe gefragt – hier seine Antwort:

Staatsmacht vs. Bürgerwillen

Eine Gruppe Neonazis, die beim Versuch, die "Wir haben es satt!"- Demonstration, zu infiltrieren, enttarnt wurde, wird von der Polizei über die Reichstagswiese abgedrängt. Von einem der Neonazis erhalte ich einen Schlag ins Gesicht, welcher auch mein Objektiv trifft. Der Neonazi geht nun mit einer Anzeige wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung nach Hause. Der Spielstand soweit: 1:1

Auch wenn's nicht so aussieht: Diese Polizisten sind auf Kuschelkurs beim Sturm auf den Südflügel des Stuttgarter Hauptbahnhofes.
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Der Kollege Martin von visuelleGedanken.de hat vor einer Weile zur großen “Blogparade” aufgerufen: Es geht um nichts geringeres als “Das Beste Foto 2011″, das jeder Foto-Blogger mal raussuchen, posten und hier verlinken soll… Weil wir diese Aktion (trotz der schwierigen Aufgabe das “beste” Foto 2011 herauszusuchen) für eine schöne Idee halten und auch weil wir schon eine Weile nichts mehr gespostet haben (wir geloben hiermit mal wieder Besserung!) soll dieser Post nun unser Beitrag sein.
Hier also unsere “besten” Fotos 2011 oder das was wir dafür halten:
Laut der lieben Flickr-Statistik ist dieses Bild mein Bestes aus 2011. Das ist auch schon ganz nett, ich habe mich allerdings trotzdem für ein Anderes – eines aus meinem frisch veröffentlichten Foto-Essay Lebenslänglich – entschieden:

Dieses Foto verbindet für mich einiges aus dem letzten Jahr: Es ist Teil eines der vier wichtigen freien Projekte, die ich 2011 angegangen bin, es ist schwarzweiß (ich hatte ein ziemlich schwarzweißes Jahr, gerade was diese freien Projekte angeht) und es wurde in der Kontext:Wochenzeitung, einem der ambitioniertesten Medien-Projekte des Jahres, veröffentlicht.
Mein fotografischer Schwerpunkt 2011 lag bei der Antiatom-Bewegung. Mein Lieblingsbild ist eigentlich dieser Glückstreffer vom Castortransport. Das untenstehende Bild hat jedoch etwas mehr Aussage, ist etwas weniger dem Zufall zu verdanken und außerdem für mich das erste verkaufte Bild 2011.

Dieses Bild bringt, wie ich finde, den Kampf "David gegen Goliath" sehr schön zum Ausdruck: Anti Atom Aktivisten wärmen sich an einer Feuertonne, im Hintergrund der 1430 Megawatt Reaktor Grohnde, bei Protesten im Februar.
Unabhängiger, kritischer Journalismus ist nicht leicht. Insbesondere in der heutigen durchkommerzialisierten und nur allzu oft politisch beeinflussten Medienwelt. Umso wichtiger sind Medien, die nicht von Parteien oder Werbekunden abhängig sind und sich gegen den Strom, durch fundierten, investigativen Journalismus, verdient machen. Medien wie die Stuttgarter Kontext:Wochenzeitung.

Unabhängige Medien brauchen nicht nur Leser - auch Unterstützer. (Foto: Röttgers / graffiti)
Kontext ist werbefrei, die Zeitung wird von einem gemeinnützigen Verein getragen, von einem kleinen Häufchen erfahrener, engagierter JournalistInnen erarbeitet und erscheint jeden Mittwoch als Online-Magazin sowie Samstags als Beilage der Wochenend-taz. In den neun Monaten ihres Bestehens hat die Wochenzeitung mit ihren sauber recherchierten und investigativen Hintergrund-Reportagen schon für einige Turbulenzen gesorgt: Ob es um die Vorbereitungen der Polizei zum “Stuttgarter D-Day” geht oder, wie zuletzt, um Nazi-Anwälte in der bürgerlichen Mitte – Kontext-Recherchen schlagen ein und sorgen oft dafür, dass auch andere Medien sich mit unbequemen Themen befassen (müssen). Auch tiefgehende Sozialreportagen und – für uns und euch vielleicht besonders interessant – anspruchsvoller, eigenständiger Fotojournalismus finden in der Kontext ein Zuhause. Der Träger-Verein bietet desweiteren kostenlose Bildungsprojekte für Schulen und Hochschulen an.
Auch wenn die Kontext:Wochenzeitung, als kostenloses Online-Angebot, nicht halb so gut zahlen kann, wie manch anderes Magazin, arbeite ich immer wieder gerne für und mit der Redaktion und freue mich jedes Mal, wenn ich etwas zu diesem großartigen Projekt beisteuern kann.
Wenn ihr unabhängigen, investigativen Journalismus für ebenso wichtig haltet wie wir und zufällig ein bisschen (Weihnachts-)Geld übrig habt, dann überlegt euch doch mal dieses ambitionierte Zeitungsprojekt mit einer Spende, Mitgliedschaft, einem “Abo” oder auf andere kreative Weise zu unterstützen:
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